Paris brennt!

Übersetzt von Sabrina Bübl — vor 5 Jahren

Originalversion von MMMM mmmmm

0 Markierungen: Erfahrungen mit Erasmus Paris, Paris, Frankreich


Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll... Letztes Jahr habe ich für ein Semester Erasmus in Paris an der Sorbonne - Paris IV gemacht. Ich habe dort Kunstgeschichte studiert und ich würde sagen, dass Paris der beste Ort ist, um Kunst zu studieren! Ich habe mich für diese Stadt entschieden, weil ich schon seit ich ein kleines Mädchen war, verrückt nach der Idee war, dort zu leben. Auch wenn ich Paris davor schon oft besucht hatte, war ich nun zum ersten Mal für längere Zeit dort und hatte dadurch die Möglichkeit, sie endlich auf eine intensivere und authentischere Art und Weise kennenzulernen.

Studentenstadt

Ich habe in einem klassischen kleinen Appartement im 18. Arrondisement gelebt, in der Nähe von Montmartre. Um genau zu sein, war es bei der Metro-Station Marcadet-Poissonniers. Die Wohnung bestand aus zwei Zimmern, die ich gemeinsam mit zwei anderen Mädchen nutzte. Wir schliefen zwar zu zweit in einem Zimmer, doch wir haben uns wirklich gut verstanden und haben auch sonst sehr viel Zeit miteinander verbracht. Manchmal haben wir sogar verrückte Parties geschmissen und als Antwort wurden unsere Fenster von den Nachbarn eingeschlagen. Die Miete für das ganze Appartement war sehr hoch, aber da wir sie durch drei teilten, war es eigentlich sogar ganz günstig (auch, weil ich mein Zimmer teilte). Als Student bekommst du außerdem ein bisschen Geld vom Staat, um dir die Miete leisten zu können (dieses Stipendium heißt CAF).

Bevor ich selbst dort hingezogen bin, habe ich einige Geschichten über den 18. Arrondisement gehört. Man sagte, unter anderem, dass es nicht unbedingt der sicherste Ort in Paris sein, aber mir ist nie etwas passiert. Ich würde diese Gegend außerdem nicht als wirklich gefährlich bezeichnen. Zumindest nicht in der Nähe der U-Bahn-Station Marcadet-Poissoniers (Porte de Clignancourt hingegen war schon eine eher zwielichtige Gegend). Was mir an dieser Nachbarschaft wirklich gut gefallen hat, ist die exzellente Infrastruktur, mit der sie ausgestattet ist. Supermärkte überall, Banken, EDF (Elektrizität) und andere Läden, die einem für den täglichen Gebrauch nützlich sein können. Innerhalb von 15 Minuten kommt man auch zu Sacre-Coeur, ein wirklich wunderbarer Ort!

Wie ich vorher schon gesagt habe, ich studiere Kunstgeschichte an der Sorbonne. Meine Vorlesungen waren im Institut für Kunstgeschichte, zwei Minuten vom Jardin du Luxembourg entfernt. Die Professoren waren sehr nett, aber sie erwarten sich viel Arbeit und Studium von den Erasmus-Studenten. Ihr habt also nicht die Entschuldigung, in Erasmus zu sein. Meine Kurse waren wirklich äußerst interessant und auch die Bibliothek eignete sich ideal zum Lernen. Ich ging aber immer am liebsten ins Centre Pompidou, weil das größer ist und eine entspanntere Atmosphäre hat. Ich will aber lieber nicht zu viel übers Lernen reden, denn in Erasmus geht es ja vor allem darum, neue Leute kennenzulernen und Spaß zu haben.

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Wo die Party abgeht

Wenn es ums Party machen geht, dann ist Paris echt cool. Eine meiner Lieblings-Bars ist ein kleines Indie-Rock-Pop-Lokal, welches Pop-In heißt. Es befindet sich in der Rue Amelot, bei der Metro-Station Saint-Sebastien-Froinssart (Linie 8). Ihr könnt dort viele junge und coole Leute treffen, die Atmosphäre ist voll entspannt und ich bin mir sicher, dass ihr dort eine unglaubliche Zeit verbringen werdet. Das einzige Problem an der ganzen Sache ist, dass das Lokal bereits um halb 2 Uhr morgens schließt. Ihr könnt anschließend in eine andere Bar gehen, die relativ nah ist, bei Oberkampf. Sie heißt Le Gast und füllt sich normalerweise erst nach 2 Uhr morgens, wenn alle anderen Bars schließen. Die Musik geht in Richtung Pop-Rock, die Getränke sind günstig (im Gegensatz zu den Preisen, die man sonst in Paris hat) und alle drehen dort komplett durch!

Ein anderer interessanter Club ist Le Social Club, dort treffen sich alle coolen jungen Hipster aus Paris. Die Mädchen sind alle sehr stylisch unterwegs, sie tragen meist enge Kleider und Stöckelschuhe. Wenn euch die Elektro-Musik dort zu lahm wird, dann könnt ihr in das naheliegende Le Truskel gehen. Aber ich warne euch, alle Mädchen, die dort hinkommen, werden sofort angebaggert, aber das Ziel ist natürlich nur eines... also passt auf! Wenn ihr aber selbst einfach nur ein bisschen Spaß haben wollt, dann ist das der ideale Ort für euch, um Jungs kennenzulernen.

Steht ihr eher so auf Elektro- und Techno-Musik? Dann empfehle ich euch Le Rex oder Le Batofar (letzteres befindet sich auf einem Boot auf der Seine). Fleche d'Or ist hingegen die richtige Adresse, wenn ihr Lust auf Rock-Konzerte habt und O'Sullivans, wenn ihr mal so richtig abshaken wollt.

Wenn ihr im Frühling oder Sommer nach Paris kommt, dann dürft ihr euch auf keinen Fall die Picknicks im Parc des Buttes-Chaumont entgehen lassen. Dort könnt ihr auch DIE Bar schlechthin finden, das Rosa Bonheur. Aber schaut, dass ihr vor 19 Uhr dort seid, denn später kommt ihr nicht mehr hinein. Die Nacht-Picknicks sind auch echt nett und werden meistens auf der Brücke Pont des Arts oder in der Nähe der Seine gehalten. Es gibt überall im Zentrum Studenten, die Wein trinken, französischen Käse essen oder einfach nur feiern gehen.

Vielleicht seid ihr ja am 21. Juni dort, das wäre echt cool! Da findet nämlich la Fête de la musique statt. Das bedeutet, dass alle auf die Straßen gehen, tanzen und singen und einfach mitten auf den Straßen Paris feiern. Ich war an diesem Abend im Marais-Viertel und ein DJ legte dort einfach in irgendeiner Straße auf. Das war die beste Nacht, die ich in Paris verbracht habe!

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Shoppen, Essen und Öffis

Solltet ihr gerne shoppen gehen, dann empfehle ich euch die Geschäfte in der Nähe von Opéra, sowie die Vintage-Läden rund um Etienne Marcel.

Um euren Hunger zu stillen, geht ihr am besten in die Nähe von Place Monges, denn dort gibt es viele verschiedene Restaurants, die typisch französische Gerichte anbieten. Für exotischere Speisen probiert mal Les Majungais, ein Restaurant mit Speisen aus Madagaskar. Es gibt auch viele Restaurants mit indischer, chinesischer oder japanischer Küche. Ein sehr guter Chinese ist in der Nähe der Sorbonne. Un auch Le Quartier Latin ist ein guter Ort, um essen zu gehen. Ihr könnt dort locker ein Menü im 15€ bekommen, vielleicht sogar 10€!

Was öffentliche Verkehrsmittel anbelangt, habt ihr in einem Radius von fünf Geh-Minuten immer eine Metro-Station. In der Nacht gibt es auch die Busse der Noctilien, die ebenfalls an den Metro-Stationen Halt machen. Um 55€ pro Monat bekommt ihr eine Monatskarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Freitags und Samstags geht die Metro bis 2 Uhr morgens, weil alle jungen Leute feiern gehen.

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Ja, Paris ist sehr teuer, aber wenn ihr euch ein bisschen auskennt, dann könnt ihr genauso euren Spaß haben und alles machen, was ihr wollt, ohne euch zu verschulden. Diese Stadt gibt euch einfach das Gefühl, zufrieden mit euch selbst zu sein und auch wenn ihr aus einem anderen Land kommt, werdet ihr nicht das Gefühl haben, Fremde zu sein, denn die Stadt ist voller Menschen verschiedener Herkunft. Und wenn ihr wirklich gut Französisch sprecht, dann braucht ihr euch überhaupt keine Sorgen machen, dann wird alles perfekt sein.

Ich würde sagen, dass meine Erasmus Erfahrung einfach erstklassig war und ich eigentlich noch ewig hier weiterschreiben könnte, weil ich so viel erlebt habe!


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